Wenn Versorgung umzieht, darf Bewegung kein Risiko werden.
Ein Klinikum zieht nicht um wie ein Verwaltungsgebäude.
Es verlagert kein Inventar. Es bewegt ein laufendes Versorgungssystem.
Am Campus Kiel des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein wurde im August 2019 sichtbar, was ein Klinikumzug in seiner anspruchsvollsten Form bedeutet: 13 Kliniken zogen innerhalb weniger Tage in einen Neubau ein – bei laufendem Betrieb. Vom 22. bis 25. August 2019 wurden parallel im Alt- und im Neubau Patientinnen und Patienten behandelt. Auch Geburten waren während des Umzugs weiterhin möglich. Jeder Klinikbereich wurde vorher theoretisch durchgespielt und detailliert geplant.
Die Ausgangslage
Das UKSH Campus Kiel stand vor einer Aufgabe, die weit über klassische Umzugslogistik hinausging. Mit dem neuen „Klinikum der Zukunft“ entstand ein moderner Zentralbau, in den zahlreiche medizinische Einheiten überführt werden mussten.
Der Neubau war Teil einer umfassenden Zentralisierung und baulichen Neuordnung des UKSH. Bereits 2015 hatte das UKSH gemeinsam mit BAM/VAMED mit der Zentralisierung von 21 Kliniken am Campus Kiel und 20 Kliniken am Campus Lübeck begonnen.
Der Umzug selbst betraf unter anderem chirurgische, internistische, pädiatrische, gynäkologische, dermatologische, urologische und intensivmedizinische Bereiche. Auch Intensivstationen, Prämed-Ambulanz und das Institut für Humangenetik gehörten zu den einziehenden Bereichen.
Die Herausforderung
Ein Klinikumzug dieser Größenordnung ist eine Operation am offenen System.
Während in anderen Projekten ein Standort geschlossen, verlagert und wieder geöffnet werden kann, bleibt ein Krankenhaus in Verantwortung. Patientinnen und Patienten müssen versorgt werden. Notfälle lassen sich nicht vertagen. Technik, Personal, Wege, Medikamente, Dokumentation, Betten, Geräte, Sterilgut, Laborprozesse und Versorgungsroutinen müssen ineinandergreifen.
Die eigentliche Herausforderung liegt deshalb nicht im Transport.
Sie liegt in der Unterbrechungsfreiheit.
Beim UKSH Campus Kiel bedeutete das:
- laufende Patientenversorgung im Alt- und Neubau
- parallele Betriebsfähigkeit zweier Bereiche
- sichere Verlagerung sensibler medizinischer Einheiten
- Vorbereitung jedes Klinikbereichs auf neue Wege und Abläufe
- klare Taktung zwischen Medizin, Pflege, Technik, Logistik und Verwaltung
- größtmögliche Risikominimierung für Patientinnen, Patienten und Personal
Das UKSH bereitete die Mitarbeitenden im medizinischen und pflegerischen Bereich vorab in Workshops und auf Musterstationen auf die neuen Arbeitsabläufe vor. Der Umzug der Interdisziplinären Notaufnahme am 2. April 2019 diente bereits als erfolgreicher Testlauf – ebenfalls bei laufendem Betrieb.
Der logistische Kern
Bei einem Klinikumzug geht es nicht darum, Dinge von A nach B zu bringen.
Es geht darum, dass A bis zuletzt funktioniert – und B im richtigen Moment übernehmen kann.
Das verlangt eine andere Art von Logistik: präzise, redundant, leise, taktgenau. Jeder Transportvorgang ist Teil eines medizinischen Gesamtprozesses. Ein Bett ist nicht nur ein Bett. Ein Gerät ist nicht nur ein Gerät. Ein Stationsbereich ist kein Raumcluster, sondern ein funktionierender Zusammenhang aus Menschen, Technik, Verantwortung und Versorgung.
Der Campus Kiel wurde während des Umzugs zweigleisig betrieben. Patientinnen und Patienten konnten parallel im Alt- und im Neubau behandelt werden. Genau darin liegt die besondere Komplexität: Der Umzug musste Bewegung ermöglichen, ohne die Versorgung aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Die Rolle professioneller Umzugslogistik
Hertling Hamburg führt UKSH Kiel/Lübeck als Referenz mit 700 Betten sowie 250 Labor- und Büroarbeitsplätzen. Zusätzlich ist öffentlich dokumentiert, dass HERTLING Hamburg GmbH im Oktober 2020 Auftragnehmer eines Rahmenvertrags für Umzugsdienstleistungen für das UKSH Campus Lübeck und Campus Kiel war. Der Rahmenvertrag umfasste Umzugsdienstleistungen für beide Campi, mit einer Laufzeit von 36 Monaten und Verlängerungsoptionen.
Für eine Case Study ist wichtig: Öffentlich eindeutig belegbar ist die UKSH-Referenz von Hertling sowie der spätere Rahmenvertrag. Öffentlich nicht eindeutig belegbar ist, dass Hertling den großen Hauptumzug am Campus Kiel vom 22. bis 25. August 2019 allein oder federführend durchgeführt hat. Deshalb sollte die Case Study den Campus-Kiel-Umzug als Referenzrahmen für die Anforderungen eines Klinikumzugs beschreiben und Hertlings UKSH-Erfahrung sauber daran anschließen.
Das Vorgehen
Ein Klinikumzug dieser Art folgt keinem einfachen Ablaufplan. Er benötigt ein belastbares operatives Steuerungssystem.
1. Analyse der Funktionsbereiche
Welche Bereiche müssen zuerst betriebsfähig sein? Welche Abhängigkeiten bestehen zwischen Station, OP, Intensiv, Notaufnahme, Labor, Medizintechnik, Apotheke, Sterilgut, IT und Verwaltung?
2. Taktung der Bewegung
Nicht alles darf gleichzeitig bewegt werden. Nicht alles darf warten. Entscheidend ist die Reihenfolge: Was muss wann wo sein, damit Versorgung weiterläuft?
3. Parallelbetrieb absichern
Der Altbereich darf nicht zu früh entlastet werden. Der Neubau darf nicht zu spät belastbar sein. Klinikumzug bedeutet deshalb: Übergänge führen, nicht nur Transporte organisieren.
4. Patientensicherheit priorisieren
Bei Patiententransporten, insbesondere im intensivmedizinischen Umfeld, zählt nicht Geschwindigkeit allein. Es zählt kontrollierte Bewegung unter medizinischer Verantwortung.
5. Kommunikation verdichten
In einem Klinikumzug entstehen Risiken oft an Schnittstellen. Deshalb müssen Verantwortlichkeiten, Zeitfenster, Wege, Eskalationspunkte und Rückfallebenen für alle Beteiligten klar sein.
6. Operativ präsent bleiben
Planung entscheidet viel. Aber in der Durchführung entscheidet Präsenz. Klinikumzüge brauchen Teams, die vor Ort reagieren können, ohne das System aus dem Takt zu bringen.
Das Ergebnis
Der Umzug am Campus Kiel zeigt, was moderne Healthcare-Logistik leisten muss:
Sie muss Infrastruktur bewegen, ohne Versorgung zu gefährden.
Das UKSH beschreibt den Umzug ausdrücklich als logistische Herausforderung, bei der die komplexen Prozesse jedes Klinikbereichs theoretisch durchgespielt und detailliert geplant wurden. Der Betrieb lief während des Umzugs zweigleisig weiter.
Für Hertling Hamburg ist die UKSH-Referenz deshalb mehr als eine Zahl in einer Referenzliste. Sie steht für eine Projektklasse, in der operative Stärke, Erfahrung, Taktgefühl und Verantwortungsbewusstsein zusammenkommen müssen. Hertling nennt in seinen Referenzen UKSH Kiel/Lübeck mit 700 Betten und 250 Labor- und Büroarbeitsplätzen – eine Größenordnung, die den Unterschied zwischen klassischem Umzug und kritischer Infrastruktur deutlich macht.
Die Erkenntnis
Ein Klinikumzug ist kein Umzug.
Es ist die kontrollierte Verlagerung von Versorgung.
Was bewegt wird, sind nicht nur Möbel, Betten und Geräte.
Bewegt werden Abläufe, Verantwortung, Sicherheit, Orientierung und Vertrauen.
Genau hier beginnt professionelle Klinikumzugslogistik: dort, wo Bewegung nicht stören darf. Wo jeder Handgriff Teil eines größeren Systems ist. Wo Geschwindigkeit nur dann zählt, wenn sie beherrscht bleibt. Und wo am Ende nicht gefragt wird, wie viel transportiert wurde, sondern ob die Versorgung weiterlief.








